Mama erzähl mal

Erinnerungen an meine Kindheit in Essen-Werden

Erinnerung an die Werdener Stadtbücherei

Schon früh, bereits  am Ende des ersten Schuljahres begann meine Leidenschaft für die Welt der Bücher.  Ein wenig hat vielleicht auch meine Oma Reinicke dazu beigetragen.

oma-und-gitta Ich erinnere mich an die gemütliche Wohnküche, in der wir gemeinsam, wie auf dem Bild, auch in späteren Jahren zusammen auf dem Sofa saßen und nachdem alle Arbeit getan war, gemeinsam lasen. Das heißt, als ich die Buchstaben alle kannte, war ich es, die der Oma vorgelesen hat. Sie hat aufgepasst, ob alles richtig war. Wir lasen in Illustrierten und Büchern und da Oma nicht sehr viele Bücher besaß, war es gelegentlich auch die Bibel, aus der ich ihr vorlas.

Auch meine Mutter war zu meinem Glück eine “Leseratte” Sie entlieh ihre Lektüren ausser bei Bovermann auch aus der Stadtbücherei. Dort war die Ausleihgebühr etwas geringer und sie hatten auch einen großen Bestand an Kinderbüchern.  Gelegentlich brachte sie mir von dort, als ich noch klein war,  ein Bilderbuch mit. Später, als ich zur Schule ging, durfte ich mit ihr zusammen dorthin gehen und mir ein Buch aussuchen.

Ich weiß noch ganz genau, dass es mir zunächst die Bücher von Josephine Siebe angetan hatten. Und zwar gab es  von ihr eine Reihe  Kasperle Bücher. Kasperle auf Reisen, Kasperle auf Burg Himmelhoch, Kasperle ist wieder und wie sie sonst noch hießen. Die habe ich geliebt.

Genau wie die Abenteuer Reihe von Enid Blyton.  Wenn wir von der Bücherei nach Hause kamen, war ich schon ganz ungeduldig, sie endlich zu lesen.   Und natürlich habe ich sie auch alle meiner Oma vorgelesen.

Später ging ich auch alleine in die Stadtbücherei. Leider durfte man immer nur drei Bücher entleihen und man hatte immer die Qual der Wahl, welches dieser tollen Bücher man heute mitnimmt.

bruckstrasse-5 Vielleicht sollte ich noch kurz auf die Stadtbücherei als solches eingehen. Sie war, wie gesagt, im Rathaus untergebracht und allein der Besuch dort war schon ein kleines Erlebnis. Hinter der imposanten Eingangstür stieg man zunächst einige Stufen hoch, dann durch eine Drehtüre in  die Halle. Geradeaus ging eine breite Treppe zu den oberen Räumen und wenn man sich nach rechts wandte, ging es einen Gang hinunter bis zur Bücherei.Jedenfalls ist es in meiner Erinnerung so gewesen.

Früher konnte man sich nicht alle Bücher aus den Regalen selbst aussuchen, bzw es wurde nur wenige Bücher in den zwei oder drei Regalen im zugänglichen Bereich ausgestellt. Wenn etwas dabei war, was man gerne lesen wollte, konnte man es zur Bedientheke bringen. Die Damen die dort als Bibliothekarin arbeiteten, suchten dann die Karte dazu aus und trugen die Mitgliedsnummer ein. Aber meistens suchten sie nach den Angaben der Leser, das, was interessant sein könnte aus ihrer Kartei  heraus, lasen den kurzen Beschreibungstext vor oder empfahlen etwas, weil sie dachten, dass es dem Lesergeschmack entgegen kommt. Das gesamte Buchsortiment war hinter der Theke in riesigen Regalen untergebracht.

Wie gerne hätte ich dort einfach mal in den Büchern herum geschmökert, so, wie es heute in den Buchhandlungen und Bibliotheken möglich ist. Aber sie hatten damals es ausgeklügeltes System und das wäre sicher durcheinander geraten, wenn jeder Leser dort gestöbert hätte.

Bis vor wenigen Jahren war ich auch hier an meinem heutigen Wohnort ein eifriges Mitglied der Stadtbücherei. Inzwischen lese ich allerdings mehr eigene Bücher, die mir von meiner Buchhändlerin Tochter empfohlen werden. ;-)

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