Mama erzähl mal

Erinnerungen an meine Kindheit in Essen-Werden

Lichtspielhäuser in Werden

Ich weiß gar nicht, ob es heute noch sowas wie ein Lichtspielhaus in Werden gibt. Aber ich glaube eher “nein”

Früher, also in den 50er Jahren gab es davon vier.

Da war natürlich zunächst einmal das Gloria Kino auf der Heckstrasse, Ecke Dückerstraße.

Dann das Apollo Theater in der Hufergasse, gegenüber der Post. Das war scheinbar auch das erste, denn es wurde bereits 1910 eröffnet.

Ein Jahr später, 1911, gab es dann ein weiteres Kino, das Werdener Lichtspielhaus auf dem Klemensborn, gleich in der Linkskurve hinter der Rittergasse an der Ecke zum Saal. Es muss gegen Ende der 50er Jahre gewesen sein, als es seinen Betrieb einstellte.

Und dann gab es noch das Lito Theater am Porthoffplatz. Das war ein langgestreckter Bau hinter dem riesigen Gelände der Firma Forstmann. Die Plakate und Vorschaubilder musste ich mir auf jedem Weg, den ich zu Oma Reinicke machte, unbedingt ansehen.

Auch wenn ich in allen diesen Kinos als Kind einmal gewesen bin, erinnere ich mich am Besten an das Gloria. Wir sagten auch “Saalbau Maas” wenn davon die Rede war.

Das war aber eigentlich die Bezeichnung für den angrenzenden großen Festsaal, der im Krieg wohl nicht oder wenig zerstört war und Ende der 40er, Anfang 1950 den Essener Philharmonikern als Konzertsaal diente. Auch die Aufführungen des Essener Opernhauses fanden hier statt, weil die entsprechenden Gebäude in ihrer Innenstadt durch den Krieg zerstört waren. 800 Personen konnten darin Platz finden. Innenansicht vom großen Festsaal

Aber das Einzige, an das ich mich persönlich ganz, ganz dunkel zu erinnern glaube ist, dass es dort am Karneval einen Rosenmontagsball oder etwas ähnliches gab.

Der Saalbau war gleich hinter dem Kinogebäude angebaut und man konnte ihn vom Foyer aus betreten. Wenn man die Dückerstraße hochging, erstreckte er sich hinter einer niedrigen Mauer und verwilderten Grünanlagen bis zur Dudenstraße. Vor den halbrunden hohen Fenster hingen rote Samtportieren und als Kind konnte man sich ausmalen, welche rauschenden Feste dort wohl gefeiert würden.

Leider fiel der Saalbau Maas genauso wie viele andere Gebäude, später den Städteplanern zum Opfer.

Auch die anderen Kinos der 50er Jahre gibt es leider nicht mehr.

Heute baut  man  ja lieber riesige Cinecenter und kaum jemand kann nachempfinden, wie sehr man sich auf einen lange vorher in den Schaufenstern angekündigten Film freute, besonders, wenn die elterliche Zusage bestand, dass man in die Vorstellung durfte.
:-)

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