Mama erzähl mal

Erinnerungen an meine Kindheit in Essen-Werden

Winterfreuden

Eines der größten Vergnügen für uns Kinder war, wenn es tüchtig geschneit hatte, mit unserem Schlitten los zu ziehen.

Für uns Heckstrassenkinder kam zum Rodeln natürlich nur der kleine Hang, der zum Kindermodengeschäft Huffmann führte in Frage. Er war ideal, vor Allem, weil ja dort keine Autos fuhren.

Wenn es nicht zu viele rodelnde Kinder waren, konnte es auch passieren, dass Frau Huffmann herauskam und uns mit ein paar Plätzchen überraschte.

Aber im Allgemeinen waren so viele Kinder dort, dass ich mich heute frage, wie sie das überhaupt ausgehalten hat. Vom Mittag bis in die Dämmerung hinein war der Weg zu ihrem Geschäft voller Kinder und wir waren bestimmt nicht leise.

Ich kann heute gar nicht mit Sicherheit sagen, wie lang der abschüssige Weg war. Was ich aber genau weiß: Runter war es toll und er erschien uns viel zu kurz, aber rauf war er mir oft endlos lang. Besonders, wenn die Füße vor Kälte schmerzten und auch die dicken Socken in den Stiefeln nicht mehr viel Wärme spendeten.

brehminsel-97 Meine erste Erinnerung ans Schlittenfahren geht ziemlich weit zurück. Da ist mein Onkel Fred, der der kleine Bruder meines Vaters war, mit mir losgezogen. Wir rodelten damals hinter dem evangelischen Krankenhaus,  auf dem Hang von Bauer Padberg. Da durfte ich aber nicht alleine hin, weil es zu weit von unserer Wohnung weg war.

Mein Onkel Fred muss unter 20 Jahre alt gewesen sein und bestimmt war ich für ihn so eine Art Alibi, weil ja so ein großer Junge normalerweise nicht mehr zum Rodeln ging.

In manchen Jahren war es so kalt, dass man auf dem zugefrorenen Heier Strang schlindern konnte. Einige Kinder besaßen sogar Schlittschuhe, eine Anschaffung, die damals vielleicht sogar lohnte, denn in meiner Erinnerung waren die Winter in den 50er Jahren regelmäßig sehr kalt. Da konnten sie oft zum Einsatz kommen.

Was auch noch zum Winter gehörte war natürlich ein Schneemann.
Den bauten wir auf dem Schulhof der Heckerschule, hinten auf die kleine Wiese. Er wurde riesengroß, wenn es der Schnee hergab. Es fand sich auch immer etwas, was als Hut herhalten konnte und die obligatorische Möhre wurde auch organisiert. Die Eierkohlen für die Augen und Knöpfe haben wir heimlich beim Kohlenhändler Plücktun geklaut. Der hatte seine Handlung ja gleich gegenüber der Schule ;-)

Komisch, als Kinder sagten wir immer…Kohlenklau zum Kohlenhändler, hatte aber wohl nichts mit “klauen” zu tun, denn ich bin sicher, die Erwachsenen sagten das auch…

Zurückblickend möchte ich sagen, wir Kinder hatten damals sehr viel Spaß im Winter

  • Heiner sagt:

    … ich dachte immer, “Kohlenklau” sei der Mitarbeiter von Plücktun genannt worden, der unmittelbar gegenüber gewohnt hatte, in dem Haus mit den grünen Blendläden.

  • Britta sagt:

    Da wohnten doch auch Hesterkamp mit den beiden Mädchen, Inge und Doris hießen die glaube ich.

    Warum Kohlenklau, weiss ich auch nicht, denn geklaut hat der Plückthun die Kohlen ja nicht. Aber bis ich es jetzt gegoogelt habe, war ich der Meinung, das war die Bezeichnung die damals üblich für Kohlenhändler gewesen sei…
    Dabei war das ja eine ganz übliche Benamsung für Kohlendiebe….

  • werner sagt:

    Die Kohlenhandlung gegenüber der Heckerschule war nicht Plückthun sondern die Kohlenhandlung Bertram.
    Plückthun war an der Wintgenstraße.

  • Britta sagt:

    Stimmt, jetzt wo du es sagst….. ;-)
    Ich freue mich sehr über deinen Hinweis. Vielleicht fällt dir ja auch noch an anderer Stelle etwas auf, was ergänzt werden könnte?

    Ganz herzliche Grüße
    Britta

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