Mama erzähl mal

Erinnerungen an meine Kindheit in Essen-Werden

Das Kinderheim und die “Novesia Goldnuss”

Es war 1958.

Der Stadtarzt, zu dem meine Mutter mit uns Kindern regelmässig ging, verordnete für mich eine Kur in Bad Rothenfelde. Der Termin waren die Sommerferien. Ganze 6 Wochen durfte ich mit vielen anderen Kindern zusammen sein. Vor Aufregung und Vorfreude konnte ich tagelang kaum einschlafen.

Meine Mutter hatte natürlich eine Menge zu tun. Ich brauchte ja auch für 6 Wochen ausreichend Kleidung. Und am Tag vor der Abreise bekam ich eine Tüte voller Lieblingssüßigkeiten von meiner Mutter mit eingepackt, Fräulein Ophoff ließ es sich natürlich auch nicht nehmen, mir eine Tüte zuzustecken und von allen bekam ich noch einiges an Taschengeld.

Am Tag der Abreise brachten mich meine Mutter und meine Oma an den Zug nach Essen Hauptbahnhof. Ich war voller Erwartung und freute mich riesig auf die Zugreise und auf die vor mir liegende Zeit.

[Bild nicht gefunden]Im letzten Moment steckte die Oma mir noch eine Tafel Novesia Goldnuss zu. Das war nach meinem Ermessen die teuerste und beste Schokolade die es gibt. Denn die normale Schokolade kostete 1DM, die Novesia Goldnuss dagegen kostete 1,20 oder 1,50. So ganz genau kann ich das heute nicht mehr sagen. Jedenfalls war das nach meinem Empfinden sehr, sehr viel Geld für meine Oma und sie musste dafür bestimmt auf etwas Anderes verzichten.

Fröhlich winkend stand ich dann am Fenster, während der Zug mit den vielen Kindern, die alle mit mir ihre Ferien verbringen sollten, aus dem Bahnhof fuhr.

Ein Bus holte uns dann am Bahnhof in Bad Rothenfelde ab und die Begleitpersonen verabschiedeten sich von uns. Wir waren angekommen.

Immer noch war ich frohgemut und ahnte nicht, was mir bevorstehen würde. Zunächst bekamen wir die Schlafräume gezeigt, in denen wir zu acht oder zehn Kindern untergebracht waren. Jeder bekam einen Schrankraum zugewiesen und es hieß, Koffer auspacken. Alle Kleidung in den Schrank, Schuhe in den Keller, bzw in einen Raum neben einem Stall in dem auch Schweine waren und wo sich auch das Klo für uns befand. Ausser Nachts, da konnten wir im Haus zur Toilette gehen.

Und nun nahm das Drama seinen Lauf.

Zunächst mussten wir alles, was wir an Süssigkeiten und Obst dabei hatten im Essraum auf den Tisch legen. Dann wurde kontrolliert, ob niemand etwas versteckte.  Alles, was noch in einer Jacke oder Tasche war, wurde zu Tage befördert. Man sagte uns, dass diese Sachen aufgeteilt werden, unter allen Kindern. Auch meine Tafel Novesia Goldnuss wurde mir abgenommen. Ich wollte sie nicht hergeben, sagte, ich nehme sie wieder mit nach Hause. Aber das half nicht.

Ich dachte an meine Oma, daran, wie schwer sie es hat durchs Leben zu kommen, mit wieviel Liebe sie diese Schokade für mich gekauft hat und dass ich sie nun für fremde Kinder hergeben muss. Ich fing an zu weinen, wollte nur noch weg von dort und konnte mich kaum beruhigen.

Man sagte dann, dass ich Heimweh habe und sich das legt. Das war sicher richtig, Heimweh hatte ich wie verrückt. Damit war ich auch nicht alleine, es gab noch ein paar Kinder, die am Abend weinten, weil sie nach Hause wollten. Bei vielen legte sich das nach zwei oder drei Tagen, bei manchen dauerte es ein wenig länger. Nur Gitta Klein tanzte aus der Reihe und zog sich den Unmut der Aufsichtspersonen zu, denn auch nach drei Wochen ließ mich das Heimweh nicht los. Ich habe sechs Wochen lang jeden Tag geweint. Und nicht nur am Abend, sondern oft genügte eine Kleinigkeit, ein Wort, ein Blick, vor Allem aber der Gedanke an meine Geschwister, an Mama und Papa und besonders an Oma Reinicke und schon konnte ich die Tränen nicht zurückhalten.

Zur Strafe musste ich mit der Begründung, dass die anderen Kinder nicht schlafen können, im Waschraum auf dem Fußboden schlafen. Unter Androhung, dass ich, wenn ich nicht mit der Heulerei aufhöre, unten im Stall schlafen muss.

Ich hätte mir so gewünscht, meine Mutter würde kommen und mich mitnehmen. Aber die ahnte nichts von meiner Not, denn einmal die Woche durften wir zwar nach Hause schreiben, aber nur Positives, sonst wurden die Briefe und Karten nicht weitergeschickt. Sie haben erst einmal alles gelesen, damit man keine Jammerbriefe nach Hause schreibt.

Das Besondere an diesem Heim war, dass  dort auch “Privatkinder” untergebracht waren. Also Kinder reicherer Leute, die es sich leisten konnten, die Kosten selber zu tragen. Die bekamen ihr Essen in einem anderen Raum, der auch gemütlicher eingerichtet war, hatten Zimmer zu zweit oder alleine und machten auch ihre Ausflüge getrennt von uns. Natürlich bekamen sie besseres Essen als wir, nicht jeden Tag Eintopf, sondern Fleisch und Gemüse und  jeden Tag Nachtisch.

Aber für mich das Schlimmste von Allem war, sie bekamen auch die Süssigkeiten. Unsere Süssigkeiten, die wir abliefern mussten. Nur einmal in der Woche durften wir auch etwas davon bekommen. Aber die guten Sachen, auch meine Novesia Goldnuss, waren für die Privatkinder. Oder, heute denke ich, vieles haben sie wohl auch selbst behalten.

Meine Mutter und Fräulein Ophoff, die natürlich ahnungslos waren, schickten mir sogar ein Päckchen mit Leckereien. Auch die anderen Kinder bekamen von zu Hause etwas als Nachschub geschickt. Wir durften sie öffnen und auspacken, dann kamen sie weg und wir durften nicht vergessen, uns im nächsten Brief für den Inhalt zu bedanken.

Weil ich immerzu weinte und so vollkommen unglücklich dort war, wurde ich natürlich von den Betreuerinnen nicht gut gelitten. Sie fanden immer etwas, womit sie mich spüren ließen, dass sie am längeren Hebel sitzen und ich habe die Stunden gezählt, bis ich wieder nach Hause kommen.

Bis heute verbinde ich mit “Novesia Goldnuss” zweierlei. Zum Einen meine Oma und ihre Liebe zu mir, zum Anderen, die furchtbarste Zeit meines Lebens.

Einige Jahre später erzählte mir meine Mutter, dass dieses Heim geschlossen wurde. Es haben sich wohl sehr viele Eltern beschwert, so dass die Stadt  davon absah, weiter  Kinder dorthin zu schicken.

Heute,, da man allmählich anfängt, die Folgen der Hitlerzeit aufzuarbeiten, stelle ich fest, dass vieles von dem, was uns damals, in den 50er und 60er Jahren als Erziehungsstil auferlegt war, eine Folge war, von dem, was die Erwachsen als Kinder der ersten Hälfte des Jahrhunderts   so und nicht anders gelernt hatten. Geprägt von den Lehren   Johanna Haarers und Ernst Kriecks.

  • Gitte sagt:

    Oh Britta, wie kann ich das nachfühlen, ich war in Borkum, dort waren keine Privatkinder, aber ansonsten wurden wir seelisch genauso geqäult. Teller leer essen zum Beispiel, ein Kind hat sich übergeben und mußte das essen. Miene Cousine war im gleichen Heim und hat das Gleiche berichtet

  • Britta sagt:

    Ja, allein das Wort “Kinderheim” hatte schon etwas Bedrohliches zu dieser Zeit. Dort konnten viele ihre Macht noch ungehemmt ausleben.
    Erst nach so vielen Jahren fällt mir auf, wieviel Willkür auch nach Beendigung des Krieges und der Nazizeit in einigen Bereichen weiterlebte.

  • Ines sagt:

    Dein Bericht hat mir Gänsehaut bereitet, liebe Britta. Gänsehaut und eine unbändige Wut auf Jene, die den Kinderseelen so viel Leid zufügten. Was Du beschreibst, ist für mich reinste Seelen-Misshandlung und Pein, ich wünschte, ich wäre da gewesen, um die kleine Britta in den Arm zu nehmen, sie dort raus zu holen, aus diesem dunklen Heim.

    Eine liebe Umarmung,
    und traurige Grüße
    Ines

  • Britta sagt:

    Danke für deine Worte liebe Ines und ja, du hast Recht. Auch ich empfinde heute diese unsagbare Wut. Nur hat in dieser Zeit kaum jemand danach gefragt, was Kinder fühlen. Sie waren wie die Dinge…seelenlos.
    Heute noch fühle ich die Trauer von damals. Sie hat mich mein Leben lang begleitet. Und es war im Grunde “nur” eine Schokolade. Eine Kleinigkeit, könnte man meinen.
    Könnte man…. Heute ist mir klar, dass es viel mehr war.

  • Klaus sagt:

    Mal ein paar Worte zu den beiden genannten Namen Johanna Haarer und Ernst Krieck, deren krude Theorien über Kinder, Jugend und Erziehung vor allem uns Kindern der Kriegskinder so viel Schmerz und Leid zugefügt haben.
    Johanna Haarer, (1900 – 1988), Ärztin und nationalsozialistische “Erzieherin”, deren Schriften als theoretische Grundlage für die Erziehung der Jugend galt. In ihren Schriften entwickelte sie, wie schon bei Kleinkindern die Vorbereitung auf die Unterwerfung unter die Volksgemeinschaft beziehungsweise die Gleichschaltung im Sinne der Nazi-Ideologie zu bewerkstelligen sei. Anstelle einer freien und selbstbestimmten Persönlichkeit sollten gehorsam und leistungsbereite Volksgenossen geformt werden. Entscheidend für die Erreichung dieser Ziele waren die Unterdrückung jeglicher Gefühle schon im Babyalter – diese wurden als ein Zeichen von Schwäche denunziert – und die Einübung einer bedingungslosen Einordnung innerhalb der vorgegebenen Hierarchien. Sie sah die ideologische Ausrichtung der Mütter als zentral an, da diese alleine – den Männern kam keine Funktion bei der Erziehung der Kindern zu – für die Aufzucht des Nachwuchses verantwortlich seien. Die Bücher Haarers wurden auch nach Kriegsende wieder aufgelegt und in hohen Auflagen verkauft. Dies endete erst mit der 68er Zeit.
    Ernst Krieck, (1882 – 1947), Lehrer und Autor, gilt als einer der wichtigsten NS-Hofpädagogen. Er spielte eine führende Rolle bei der Gestaltung des Erziehungssystems im Nationalsozialismus. Der wesentliche Begriff der Krieck`schen Erziehungstheorie ist die Volksgemeinschaft, in der und für die alle Erziehung stattfinden müssen. Familie und Schule verlieren gegenüber völkischen Organisationen wie HJ oder BDM (gelobt sei was hart macht; flink wie Windhunde, hart wie…na ja, Ihr kennt das ja) an Bedeutung bzw. müssen sich dem unterordnen. Nur so könne ein rassestarkes Menschentum „ausgelesen und hochgezüchtet“ werden, das als Rückgrat und tragende Schicht des nationalen Gesamtstaates funktioniere. An die Stelle der traditionellen Erziehung tritt bei Krieck aber die „Zucht“. Sie sei ein Prozess der kollektiven Einfügung des Menschen in die Gemeinschaft und die Herausbildung eines politisch definierten Menschentyps. Während Haarer sich in ihren so genannten Erziehungsratgebern an junge Frauen und Mütter wandte, befasste sich Krieck u.a. mit der männlichen Jugend, der das Führerprinzip als angeblich natürliches und überlegenes Organisations- und Verhaltensprinzip eingetrichtert werden sollte.

  • Britta sagt:

    Lieber Klaus,
    ich bin dir für deine Erläuterung sehr dankbar. Nicht jeder kann ja mit diesen Namen Haarer und Krieck etwas anfangen. Besonders die Nachkriegskinder, die sich nicht so stark mit den Folgen der Nazizeit für ihr eigenes Leben auseinandersetzen.
    Ja, eine der unmenschlichen Erziehungsmethoden wurde sogar noch in der Zeit, als ich selber Mutter wurde empfohlen. Man solle ein Kind schreien lassen, denn sonst würden sie verzärtelt. Da gab es ja diesen tollen Ausspruch “Schreien kräftigt die Lungen” Als junge Mutter wurde man hin und hergerissen, zwischen dem, was die “erfahrenen” Ärzte und Hebammen rieten und dem, was man selbst für das Richtige hielt.
    Wenn man heute jemanden von früher,als alles besser war, von Zucht und Ordnung und Gehorsam reden hört, möchte man weglaufen.

  • Elisabeth sagt:

    Liebe Britta, ich suche seit ein paar Tagen im Internet nach dem Namen des
    Kinderheimes in Bad Rothenfelde, wo ich im Oktober 1958 sechs Wochen verbringen durfte (musste!). Bei diesen Recherchen kam ich auf Deine Seite und war stark beeindruckt von Deiner Geschichte. So ähnlich habe ich diesen Aufenthalt auch erlebt:Heimweh, Strenge, die Briefe an die Eltern wurden kontrolliert
    usw. Lange schlich mir noch der Kakaoduft aus diesem Hause nach. Das Wort Heim oder Kur ist für mich mein Leben lang negativ besetzt.
    Ein einziges Foto (Gruppenfoto im Sandkasten), auf dem alle Kinder doch ziemlich fröhlich aussehen, besitze ich von dieser für mich weniger schönen Zeit im Teutoburger Wald.
    Möchte gerne in nächster Zeit einen Ausflug nach Bad Rothenfelde machen und mir das Haus nochmal ansehen, falls es das noch gibt. Solltest Du Namen und Adresse haben, so würde ich mich über eine Rückmeldung freuen.

    Liebe Grüsse
    Elisabeth

  • Britta sagt:

    Hallo Elisabeth
    Ich freue mich, dass du auf meine Seite gestoßen bist.

    Aber ich will dir kurz erzählen was durch deine Anfrage ausgelöst wurde. ;-) Ich habe wochenlang recherchiert, um den Namen oder die Straße des Kinderheims in Erfahrung zu bringen und nichts erreicht. Er war einfach zu tief im Unterbewusstsein.
    Als ich nun die Anfrage las, war er wie selbstverständlich einfach da!
    Und ich habe sogar eine alte Postkarte gefunden, mit einem Bild von diesem Heim. Es war das Haus Wellmann….

    Vielleicht fällt mir ja die Straße auch noch irgendwann ein. Aber das ist nicht so wahrscheinlich, denn ich war damals erst 7 Jahre alt.

    Obwohl ich zwei Jahre später mit meinem Bruder in einem Kinderheim in Bad Salzuflen war, von dem weiss ich, es war ein Heim, in dem vor Allem Kinder von Bergleuten waren und es war auf dem Gröchteweg….

    Ich gebe also die Hoffnung nicht auf…… ;-)

  • Elisabeth sagt:

    Hallo Britta,
    danke Dir für Deine schnelle Rückantwort. Freue mich, daß Du den Namen des Hauses herausgefunden hast. Hab mir die Ansichtskarte angesehen. Ich denke es war auch mein Aufenthaltsort, hab dieses Haus nur größer in Erinnerung, vielleicht auch aus dem damaligen Blick eines 8-jährigen Kindes.
    Solltest Du noch mehr herausfinden, so lass es mich doch bitte wissen.

  • Gerhard Bock sagt:

    Hallo zusammen!

    Etwa 1952 war ich im Kinderheim HAUS BEHMERBURG in BAD ROTHENFELDE. Es war für mich eine gute Zeit.

    Wer kann mir etwas über diesers Kinderheim schreiben oder hat vielleicht noch Fotos?

    Über jede Zuschrift würde ich mich herzlich freuen.

    Mit freundlichen Grüßen!

    G. Bock

  • Britta sagt:

    Hallo Herr Bock

    Ich freue mich über ihren Besuch auf meiner Seite. Schade, dass ich ihnen nicht weiterhelfen kann. Ich hatte vor einigen Monaten an die Stadtverwaltung in Bad Rothenfelde und auch an die in Bad Salzuflen geschrieben, mit der Bitte, mir eventuell Näheres über die Kinderheime zu sagen.
    Aus Bad Salzuflen bekam ich eine ganze Reihe Bildmaterial, aus Bad Rothenfelde steht bis heute eine Antwort aus. Vielleicht haben sie ja bei einem möglichen Versuch etwas mehr Erfolg ;-)
    Ganz herzliche Grüße
    Britta

  • Waltraut sagt:

    Ich war auch in diesem Heim, nur war ich erst 5 Jahre alt. Zu dieser Zeit hatte das Heim bereits einen sehr schlechten Ruf und wurde nach meinem Aufenthalt geschlossen. Man kann auf keinen Fall sagen, dass unsere “Behandlung” den damaligen Grundsätzen der Erziehung entsprach. Das war schon “extra” grausam; denn uns nahm man auch die Puppen weg. Ich hatte mir dann abends aus einem Stofftaschentuch eine Puppe gebastelt, die man dann auch regelmäßig zerstörte. Morgends gab es Haferschleim, den ich nur mit Würgen herunterbekam – genau wie viele andere Kinder. Wer sich dann tatsächlich erbrach, musste den Tisch mit seiner Zahnbürste reinigen. Wer nachts ins Bett machte, und das waren einige, wurde besonders bestraft. Lieblosigkeit herrschte. Bei mir war man wütend, dass ich lange Haare hatte, die schwer zu bürsten waren. Daran wurde herumgerissen. Einmal hatte ich einen “braunen Streifen” in der Unterwäsche, ich wurde herzitiert und bekam die Unterhose ins Gesicht gedrückt. Und das bei einem 5-Jährigen Kind! Jeden Tag planten wir unsere Flucht. Auch bei uns wurde ein Foto angefertigt. Wir saßen dazu auf dem Kinderspielplatz, den wir davor und danach nie wieder betreten durften. Beim Besuch der Solebäder, die wir regelmäßig besuchten, wurde ich zudem sexuell belästigt. Davon habe ich noch nie jemandem berichtet. Dass meine Mutter mich dahingeschickt hatte – ganz gegen meinen Willen und den meines Vaters – werde ich ihr nie verzeihen und dass, obwohl der Ruf schon so schlecht war.

  • Britta sagt:

    Liebe Waltraud,
    Mit Gänsehaut und großer Bestürzung lese ich deine erschütternden Zeilen.
    Für ein 5jähriges Kind muss das noch 1000mal mehr die Hölle gewesen sein. So klein ist man deren Willkür ja in noch größerem Maße ausgeliefert gewesen. Und das, was du schilderst, es ist einfach furchtbar.
    Ich glaube, die schlimmsten Erlebnisse kommen einem erst im fortgeschrittenen Alter, wenn man auf das Leben zurück blickt, wieder hoch. Und dazu eine Wut, mit der man lernen muss umzugehen, denn es gibt keine Möglichkeit, Wiedergutmachung einzufordern.
    Danke für deine Offenheit und ein lieber Gruß
    Britta

  • Petra Kleuskens sagt:

    Hallo,
    ich war auch 6 Wochen in diesem Heim. Ich erinnere mich dass ich in einem Zimmer das Storchenest hießt schlafen mußte. Mein Problem war dass ich schon immer einen Reizhusten hatte. Daher mußte ich wenn ich im Bett lag natürlich viel husten. Da die anderen Kinder deshalb nicht einschlafen konnte, mußte ich in der Badewanne nachst schlafen. Nach zwei Nächte kam ich kann auf das Krankenzimmer da ich eine Lungenentzündung hatte. Es war dort das Paradies auf Erden, die Schwestern dort waren sehr nett, ich bekam leckeres Essen (kein Haferschleim) Pfannkuchen, Pudding, sogar Fleisch. und vieles mehr. Auch kann ich mich erinnern dass wir in einem Zoo waren. Am 3 August werde ich nach Bad Rothenfelde fahren bin gespannt wie es heute ausschaut. Liebe Grüsse Petra

  • Katja sagt:

    Hallo Britta,
    ich war auch als 5jährige in einem Kinderheim in Bad Rothenfelde, aber das war 1980 oder 1979. Trotzdem habe ich ähnliche unangenehme Erfahrungen gemacht wie du und andere es hier aus früherer Zeit beschrieben haben.
    Liebe Grüße Katja

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

*