Mama erzähl mal

Erinnerungen an meine Kindheit in Essen-Werden

Das Postamt in der Hufergasse

Nur 22 Jahre, von 1879 bis 1901, befand sich das  Werdener Postamt in dem imposanten Gebäude am Wesselswert. Dann bezog das Postamt sein vorerst letztes Gebäude an der Hufergasse.

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Die Grümde, warum man dort nach so kurzer Zeit ein neues Postamt errichtete konnte ich bisher nicht ausmachen, Vielleicht wollte man, dass seine Lage zentraler und für die Postkunden besser erreichbar ist. Denn der eigentliche Stadtkern war ja schon damals der untere Klemensborn, Brückstraße, Heckstraße und ein Stück der  angrenzenden Nebenstraßen.

Äusserlich hat sich das Gebäude im Verlaufe der 110 Jahre die seit seiner Errichtung vergingen, wenig verändert.

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Natürlich wurde es gelegentlich restauriert und gestrichen, auch die Beschilderungen haben sich dem Zeitgeist entsprechend verändert, aber insgesamt blieb die historische Fassade mit den Bogenfenstern erhalten. Gerade sie gibt dem Gebäude seinen besonderen Charakter.

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Der schöne Turm, den man auf dem alten Foto erkennt, wurde vermutlich im Krieg zerstört und mit einem wesentlich einfacher konstruiertem Dach neu erstellt.

Allerdings geht die Schnelllebigkeit unserer Tage auch am Werdener Postamt nicht ganz spurlos vorüber.

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Es ist mir selber erst jetzt,  bei der Durchsicht der Bilder aufgefallen, dass im Mai 2010 vor dem Gebäude noch, so wie früher, gelbe Telefonhäuschen standen, die Anfang Oktober gegen Telefonsäulen ausgetauscht waren.

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Aber immerhin ziehen noch die gelben Briefkästen das Auge an und signalisieren, dass man sich dem Postamt nähert.

Es wäre wünschenswert, wenn das Werdener Postamt an dieser Stelle noch weitere 100 Jahre seiner Bestimmung erhalten bleibt. Ein möglicherweise frommer Wunsch, wenn man beobachtet, dass allerorten die Postgebäude dem Leerstand ausgeliefert sind, weil im Dienste der Aktonäre an Gebäuden und Personal gespart wird.

Schade, denn die schönen alten Postgebäude hatten etwas Besonderes an sich und signalisierten noch so etwas wie Vertrauen und Beständigkeit.

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  • Gitte sagt:

    In dem “Mäuseturm” hat meine Oma gearbeitet, jeden Morgen bin ich die steile Wendeltreppe hochgelaufen, nun ist er verschlossen

  • Britta sagt:

    Liebe Gitte
    In dem Turm? Ich hätte nicht geglaubt, dass da sowas wie ein Raum drin ist, eher dachte ich, er ist nur ein Treppenaufgang.
    Aber da sieht man es wieder, man erfährt immer wieder etwas Neues dazu.

  • admin sagt:

    … wohnte dort nicht mal Familie Söhnchen?

  • Britta sagt:

    das weiß ich leider nicht

  • Paul sagt:

    in dem Postgebäude gab es 2 Wohnungen. In der einen wohnte die Familie Sons. Herr Sons war damals Leiter der Post.

  • Britta sagt:

    Stimmt, Paul, und hatten die nicht eine Tochter, die Bärbel hieß?
    Jedenfalls klingt es mir so…

  • Paul sagt:

    ja, die Tochter hieß Bärbel und der Sohn Burkhard

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