Mama erzähl mal

Erinnerungen an meine Kindheit in Essen-Werden

Spiele auf dem Schulhof

die-heckerschule Die ersten Jahre meiner Schulzeit ging ich zur Heckerschule. Ich glaube, das war etwas, um das mich die übrigen Kinder in der Nachbarschaft ein kleines bischen beneideten. Denn ich brauchte nur aus dem Haus und ein paar Schritte die Gasse runter, dann war ich da.

Sie mussten dagegen zur Luziusschule, die ein wenig weiter weg war, am Ende der Dudenstraße.

Ich weiß nicht recht, ob ich wirklich so groß im Vorteil war, denn meistens ließ meine Mutter mich  erst auf den letzten Drücker gehen und ich konnte nicht, so wie die Kinder, die einen weiteren Schulweg hatten und daher früh los gingen, noch auf dem Schulhof herumtoben.

In den ersten Schuljahren hatten wir meist drei oder vier Unterrichtsstunden, am Samstag nur zwei. Und das Schönste an der Schule waren natürlich die Pausen. Es gab zwei, eine große Pause von halb zehn bis zehn und eine kleine von halb zwölf bis zwölf. Aber die zweite Pause hatten wir erst, als wir schon in die vierte Klasse gingen.

Die große Pause wurde nicht, so wie heute, eingeteilt in eine Butterbrot- und eine Spielpause. Wenn es um halb zehn klingelte, stürmten wir gleich nach draußen auf den Schulhof und hatten eine ganze halbe Stunde zum Toben und Spielen.

Wir hatten nie Langeweile und es war sehr schnell klar, was wir spielen wollen. Es gab meist Phasen, in denen ein bestimmtes Spiel besonders beliebt war.

Ein tolles Spiel war Hinkeln, besonders, wenn wir nur eine kleine Gruppe waren. Aber oft taten sich viele Kinder einer Klasse zusammen  und wir spielten   Fangen oder Verstecken. Ein beliebtes Spiel war auch “Der Kaiser schickt seine Soldaten aus”

Hach da fallen mir gleich noch ein paar ein, “Fischer, Fischer welche Fahne weht heute”  “vierzehn Englein fahren…” oder wenn jemand ein Seil dabei hatte, konnten wir auch Seilchen springen.

Die Seile waren übrigens nicht so, wie die von heute, mit Griffen und verstärkter Mitte. Nein, das waren alte Stücke von Wäscheleinen und sie wurden regelrecht von der Mutter erbettelt. Wer ein gutes Seil hatte, also eines, mit dem man schön weit ausschlagen konnte, war König.

Bestimmt hatten wir nicht so viel an Gerätschaften und Unterhaltungsmöglichkeiten wie es heute nötig zu sein scheint. Aber wir hatten uns….

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Ein Spiel MUSS ich noch nachtragen, denn das Lied geht mir seit ich es endlich wiedergefunden habe im Kopf rum.

“Die schönen Tage sind vergangen”

Dazu bildeten wir zwei Reihen Mädchen, die sich unterhakten und gegenüber aufstellten. Dann lief die eine Reihe immer einige Schritte vor und wieder zurück und dazu wurde dann das Lied gesungen

“Die schönen Tage sind vergangen, und der ?? der muss zum Militär. Er muss sich vor den Hauptmann stellen, und die ??, die weint so sehr. Ach ?? weine nicht, den ??  kriegst du nicht, er muss zum Mili_Militär und kommt nie mehr ”

Vorher wurde sich abgesprochen, welches Mädchen  und welcher Junge in dem Lied vorkommen soll.

Ein sehr beliebtes Neck Spiel und oft fühlte sich die Eine oder der Andere in den geheimen Träumen belauscht. ;-)

  • Gitte sagt:

    Hallo Britta!
    Oh ja und vom Klassenzimmer aus konnten wir den Kirchturm mit der großen Uhr sehen und sehnsuchtsvoll die Pausen herbei sehnen, oft stand ich auch auf dem Flur, weil ich gestört hatte. Kennst du Rektor Pleidtgen noch? Als wir größer waren spielten wir so gern Gummitwist. Der nette Hausmeister starb während ich dort zur Schule ging, Pätzhold hieß er glaube ich.
    Liebe Grüße Gitte

  • Britta sagt:

    Hallo Gitte
    Ja, den Herrn Pleidtgen kenne ich noch und der Hausmeister hieß wirklich Pätzold. Er hatte eine Enkelin, die kam in den Ferien manchmal zu Besuch. Sie war in unserem Alter und wir haben manchmal auf dem Schulhof gespielt.
    Die Kirchturmuhr hatten wir in unserer Klasse auch immer fest im Blick. Das war ein besonderer Vorzug in der Heckerschule, dass alle Klassenzimmerfenster in diese Richtung gingen ;-)
    Ganz liebe Grüße
    Britta

  • Wolfgang sagt:

    Das Schulhoflied “Die schönen Tage sind vergangen” hab ich oft, so wie hier beschrieben, auf dem Schulhof gehört. Mich interessiert die Herkunft dieses Liedes. Wissen Sie etwas darüber?
    Gruß
    Wolfgang

  • Britta sagt:

    Leider kann ich dazu keine Angaben machen. aber ich lasse es sie wissen, wenn ich dazu etwas in Erfahrung bringen kann.

    Herzliche Grüße und danke für ihren Besuch auf meiner Seite
    Britta

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