Mama erzähl mal

Erinnerungen an meine Kindheit in Essen-Werden

Muttertag in unserer Kindheit

Gerade an Muttertag erinnert man sich gut an die Zeit, als man selbst noch Kind war.

Solange ich zu Hause lebte, planten meine Geschwistern und ich gemeinsam den Ablauf für diesen wichtigen Tag.

Natürlich erinnere ich mich nicht mehr an jeden Einzelnen, aber da meine Geschwister ja jünger als ich waren, bekam unsere Mutter   aus dem Kindergarten oder der Jungschar immer ein selbstgebasteltes Geschenk.

Und von uns allen gemeinsam wurde ihr  zusätzlich ein besonderer Wunsch erfüllt, den sie irgendwann geäussert hatte. Wir hatten ja schließlich extra für Muttertag das gesamte ersungene Karnevalsgeld aufgespart und wenn es nicht reichte, kam noch etwas aus unserer Spardose dazu.

In dem einen Jahr war es ein elektrisches Waffeleisen, im anderen ein Parfum oder auch einmal  ein Pullover, den sie besonders lange und sehnsüchtig im Schaufenster angesehen hatte. Kürzlich fiel mir ein altes Foto in die Hände, auf dem sie ihn trug.

Natürlich gab es auch Blumen. Aber die kauften wir nicht, die pflückten wir auf der kleinen Wiese am Schulhof oder auf dem Brehm. Meistens bekam sie Gänseblümchen. Aber ich erinnere mich noch gut, dass wir einmal andere Blumen schenken wollten Dazu machten wir einen Spaziergang auf der anderen Seite der Ruhr, in Richtung Strandbad. Wir entdeckten dort  lilafarbene Blumen von denen ich aber heute nicht mehr sagen kann, wie sie hießen. Wir gingen mit einem riesigen Strauß nach Hause und versteckten sie bis zum anderen Tag draußen. Natürlich gut mit Wasser versorgt.

Morgens standen wir ganz früh auf und deckten den Frühstückstisch. Mit einer Kerze und Blumen an Mamas Platz. Und wenn wir mit Allem fertig waren und wir glaubten, sie habe lange genug geschlafen, wurde sie mit einem Muttertagslied geweckt. Zusätzlich hatten wir auch noch  ein Muttertags-Gedicht und voller Ungeduld  erwarteten wir danach den Moment, wenn sie ihre Geschenke auspackte.

Solange wir noch zu klein waren, unterstützte uns unser Vater am Muttertag. Aber später, achteten wir alle selbst darauf, dass sie an dem Tag nichts tun sollte. Außer dem Sonntagsbraten, den hat sie selbst zubereitet. Aber Spülen, Aufräumen und die übrigen Hausarbeiten haben wir eifrig übernommen.

Der Muttertag wurde von uns immer schon lange im Vorraus geplant und ich glaube, unserer Mutter wurde immer ein schöner Tag bereitet.

  • Gitte sagt:

    Liebe Britta, liebe Leser!
    Damals waren wir glaube ich mehr mit dem Herzem dabei, nun in unserer Wohlstandsgesellschaft käme sicher kaum jemand noch auf die Idee etwas zu Basteln wenn die Kindergartenzeit vorbei ist. Schade eigentlich. Auch die Mutter besitzt meist nicht mehr den Stellenwert wie früher. Achtung und Respekt gehen unter, aber wir haben das Unsere dazu getan, wollten wir doch lieber Freundinnen unserer Töchter sein gell? Nun müssen wir damit leben, aber jede Zeit hat ihr Plus und ihr Minus gell?
    Liebe Grüße Gitte

  • Britta sagt:

    Liebe Gitte

    Vielleicht hat auch die Werbung dazu beigetragen? Wie oft wird da doch der Eindruck vermittelt, es muss ein toller teurer Blumenstrauß sein oder ein aufwändiges Programm. :-(
    Ich habe mich z.B. riesig gefreut, als ich nach einem 12 Stunden Arbeitstag heimkam und mein Sohn hatte die Spülmaschine aus und wieder eingeräumt und die Sofadecke zusammengelegt. Wir haben zwar nicht über den Muttertag gesprochen, aber ich nehme es als seinen Beitrag, der mir in dem Moment sehr viel bedeutet hat.

    Das mit dem Freundin_sein_wollen ist, ist, so wie du sagst, ein Schuss, der nach hinten losgeht und was aus unterschiedlichen Gründen nicht funktionieren kann.
    Eine Freundin ist eine Freundin und die Mutter ist die Mutter. Beides in Einem geht einfach nicht. Aber diese Erkenntnis geht meist mit viel Kummer einher.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

*