Mama erzähl mal

Erinnerungen an meine Kindheit in Essen-Werden

“Oma Hempel”

Merkwürdig, eigentlich hatte ich sie schon vergessen, aber heute früh beim Aufwachen war sie völlig unvorhersehbar da: die Erinnerung an “Oma Hempel”

Sie war eine alte Frau, die früher in Werden zum Stadtbild gehörte. Etwas krumm, mit einem langen schwarzen Mantel und immer mit einem Regenschirm bewaffnet.

Sie war, wenn ich das aus heutiger Sicht sagen kann, etwas verwirrt. Sah man sie alleine, dann murmelte und schimpfte sie vor sich hin und alle paar Meter blieb sie stehen und drohte den Leuten in ihrer Nähe mit ihrem Schirm. Aber auch wenn weit und breit niemand zu sehen war, blieb sie stehen und fuchtelte mit dem Schirm in Richtung einer imaginären Bedrohung.

Wenn man sie nicht sah, konnte man ihr Herannahen hören. Nein, nicht die alte Frau, sondern die Kinder, die laut rufend hinter ihr her rannten um sie richtig fuchsteufelswild zu machen. Natürlich blieben sie in gebührendem Abstand, um nicht von ihrem Schirm getroffen zu werden.

Es war ein grausames Spiel, von den Kindern sicher unbedacht. Ich kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass ich nie, niemals dabei war und auch mein kleiner Bruder, der sie, wenn ich nicht irre noch erlebte, hätte das nie getan.

Zum Einen, weil wir sie immer irgendwie bedauerten, zum Anderen weil meine Eltern uns die Tracht Prügel unseres Lebens angedroht hatten, sollten sie je gewahr werden, dass wir auch nur einmal in die Rufe eingestimmt hätten.

Der Schlachtruf, wenn ein Trupp Kinder auf die alte Frau traf war:”Oma Hempel hat nen Stempel, Oma Hempel hat nen Stempel…” immer und immer wieder. Dann rannten sie aus ihrem Radius, um gleich wieder auf sie zu zu stürmen, einen Bogen zu schlagen und die arme alte Frau total in Panik zu treiben. Oft nahm das grausame Spiel erst mit dem Einschreiten eines Erwachsenen ein Ende.

Ich weiß nicht, ob sie wirklich “Frau Hempel” hieß, oder vielleicht ganz anders. Wo sie genau gewohnt hat, kann ich leider auch nicht mehr sagen.

Aber sie gehörte damals zu Werden und jetzt auch wieder zu meinen Erinnerungen
:-)

Oma Reinicke

wie so häufig, nach getaner Arbeit lesen Oma und ich eine Zeitschrift

Ich bin nicht sicher, ob ich mit Worten beschreiben kann, wie wichtig meine Oma Reinicke für mich war.

Sie war in meinen Augen genau die Oma, die man als Kind haben sollte. Wenn ich mit ihr zusammen war, schien die Welt in Ordnung.
Als kleineres Kind, so bis zum Alter von ca 8 Jahren, war ich sehr häufig bei ihr. Manchmal sogar für einige Tage, es können auch Wochen gewesen sein.

Woran ich mich noch gut erinnere war, dass ich oft erst einmal geweint habe, wenn meine Mutter mich dort hin brachte. Aber zu deren Ärger habe ich auch drei Tage geheult, wenn ich dann wieder nach Hause musste.

Geweint habe ich, weil mir mein kleiner Bruder fehlte, meine Spielsachen, mein Bett und mein Teddy. Ich kann heute gar nicht verstehen, warum ich den nie mitnehmen konnte.

Als Ersatz für den Teddy gab es bei Oma ein selbstgestricktes Schaf. Damit bin ich am Abend eingeschlafen – und mit dem Ticken ihrer Kuckucksuhr, die immer falsch lief.

Oma Reinicke, das ist der Duft von Phlox und Pfingstrosen, blühenden Obstbäumen und reifen Erdbeeren.
Noch heute kommen die Erinnerungen an meine Oma hoch, wenn der Phlox in meinem eigenen Garten blüht. Dann habe ich genau die Stellen in ihrem riesigen Garten vor Augen, an denen sich diese Stauden befanden.

Ebenso ergeht es mir mit den Pfingstrosen. Der Duft von Pfingstrosen erinnert mich an das Betreten ihrer Wohnküche nach einem Spaziergang zum Bergfriedhof. Dann umhüllte uns der Duft der Pfingstrosen, die sie mit fedrigem Grün auf dem Tisch stehen hatte.

Überhaupt gibt es sehr viele Gerüche, die bis heute eine Verbindung an Kindheit und Oma in mir herstellen.

4711 zum Beispiel. Aus ihrem Schlafzimmerschrank entströmte immer dieser leichte Duft. Auch wenn ich diese Marke heute nicht benutze, komme ich gelegentlich nicht umhin, wenigstens mal ein Stück 4711 Seife zu kaufen um auf diese Art meinen Erinnerungen Nahrung zu geben.

Es ist auch noch ein anderer Geruch lebendig, auf den ich leider heute nicht mehr stoße. Das ist der Geruch, beim Betreten ihres Hauses. Es hatte eine Hanglage und wenn man es betrat, roch es aus dem Keller nach Äpfeln und Kohlen – und manchmal ein wenig nach Wein, den sie aus den Mengen an Obst aus ihrem Garten selbst herstellte.

Nach Wein, oder besser nach Most, roch es im Herbst auch in ihrer Küche. Hinter dem großen Ohrensessel glucksten dann zwei große, bauchige Korbflaschen vor sich hin. Sie hatten einen merkwürdigen Glasaufsatz durch den vermutlich die Gase entweichen konnten, die sich durch den Gärvorgang bildeten.

Merkwürdig, dass die Erinnerungen an meine Oma so sehr mit diesen zahlreichen Gerüchen verbunden sind, aber sie alle bedeuten für mich etwas Gutes, Vertrautes, Heimeliges.

Meine Kindheitserinnerungen im Zusammenhang mit Oma Reinicke sind durchweg alle positiv, selbst die Beinahe-Tracht Prügel mit der Klopppeitsche, die sie hinter dem Handtuchhalter hängen hatte. Das hört sich aber schlimmer an, als es war, denn die einzige Tracht, die ich mal kriegen sollte, war etwas, das ich später in meiner Erinnerung immer lustig fand. Obwohl es damals vielleicht sogar Ernst war.

Ich war wohl frech gewesen und meine Oma wollte mich bestrafen. Sie holte die Klopppeitsche hinterm Handtuchhalter hervor und ich war, schwupps, um den Küchentisch gelaufen, damit sie mich nicht erwischt. Oma hinter mir her… immer rund um den Tisch herum und ich bin bis heute nicht sicher, ob sie wirklich böse war.

Damals habe ich aber Schiss gehabt, das ist sicher, denn als die Gelegenheit günstig war entwischte ich durch die Küchentür, durch den Flur und raus, ab in den Garten. Die Oma rannte hinter mir her und immer noch hatte sie das Ding in der Hand und fuchtelte damit.
Ich weiß nicht wie lange wir gelaufen sind, glücklicherweise hat sie irgendwann gesagt, jetzt sei es genug, ich soll zurück kommen, sie wird mir nichts tun.
So haben wir uns dann wieder vertragen.

Das Gute an der Oma war, egal was ich machte, sie hat mich nie bei meinen Eltern verpetzt, damit ich nicht später zu Hause eine nachträgliche Strafe bekomme.

Zur Oma hatte ich unbegrenztes Vertrauen. Mit jedem Kummer und mit Allem was ich erlebte konnte ich zu ihr kommen. Sie hatte immer ein offenes Ohr, Verständnis und Rat. Egal ob es schlechte Schulnoten, Ärger mit den Eltern oder die erste Liebe war.

Eine Kindheit ohne Oma Reinicke kann ich mir nicht vorstellen. Sie ist für mich genau die Oma, wie ich sie gerne für meine eigenen Kinder gehabt hätte.

:-)

Allerheiligen

Als Kind hatte dieser Tag eine ganz besondere Faszination für mich.  Und ich habe mich immer schon Tage vorher darauf gefreut.

Am späten Nachmittag ging meine Oma,  solange sie noch nicht im Altersheim war, jedes Jahr zu Allerheiligen mit mir auf den Bergfriedhof.

Zuerst nahmen wir an der Andacht teil, die dort vor dem großen Kreuz am Hauptweg abgehalten wurde. Meist ging das für meine Begriffe ziemlich lange und dazu war es oft auch lausekalt.

Nach der Andacht besuchten wir die Gräber meines Opas und meiner kleinen Schwester Petra. Meine Oma hatte dann immer einige kleine Lichter, die in farbigen Kunststoffbechern aufgestellt wurden, dabei.  Sie ordnete sie  auf den Gräbern an und entzündete die Kerzen.

Inzwischen war es dann  dunkel geworden.  Ich gruselte mich immer ein wenig, aber meine Oma war ja bei mir und hielt mich fest an der Hand. Sie kannte sich auf dem Friedhof, der sehr groß und unübersichtlich erschien, gut aus. Und das Schönste war, dass auf allen Gräbern die Lämpchen brannten.

Der Geruch der Kerzen vermischte sich mit dem von Tannengrün,  Herbst und Vergänglichkeit.

Wir besuchten nicht nur die Gräber von Opa und Petra, sondern auch einige andere, von Menschen, die ich nicht kannte, die aber  meiner Oma wichtig waren. An manchen Gräbern verweilten wir zu einem kurzen Gebet.

An keinem anderen Tag im Jahr habe ich so viele Leute auf dem Friedhof erlebt. Es war eine Stimmung, die man nicht beschreiben kann und wie ich sie auch später nie wieder an diesem Tag auf einem Friedhof  empfunden habe.

Aber das liegt wohl daran, dass in den späteren Jahren meine Oma fehlte.

 

Baisereier

Als Kind schon liebte ich sie und sie waren das Leckerste überhaupt in der Osterzeit.

Baisereier.

Sie waren größer als die, die es heute zu kaufen gibt und sie kosteten 5 Pfennig das Stück.

Natürlich gab es die im Laden von Fräulein Ophoff.

Wenn ich für sie das Mittagessen von ihrer Wohnung holte, wo Frau Bönneken ja den Haushalt führte, bekam ich sehr häufig als Dankeschön etwas Leckeres aus ihrem Sortiment. Nicht jedes Mal, aber wenn, dann immer auch für Heinz und Susanne.

Das ging nicht anders, denn ich weiß, wenn ich von jemanden etwas bekam zögerte ich immer und sagte dann “….und Heinz und Susanne???”

Natürlich nicht bei Fräulein Ophoff, denn für sie war es eine Selbstverständlichkeit auch an meine Geschwister zu denken.

Teilen war bei uns eine Selbstverständlichkeit.

Aber eines Tages ging es mit mir durch. Ich hatte wieder einmal das Mittagessen geholt und bekam dafür von Fräulein Ophoff eine sehr hübsche runde Blechdose, die gerade leer geworden war.  Und DREI Baisereier.

Und was habe ich getan?

Ich ging in die Gasse und stellte mich in den Seiteneingang des Hauses, gleich schräg gegenüber unserer Haustür und habe alle drei Eier heruntergeschlungen.  In dem Augenblick mögen sie mir geschmeckt haben, aber ich hatte danach natürlich ein richtig schlechtes Gewissen. Und ich konnte es niemandem erzählen…

Meiner Mutter habe ich die leere Dose gezeigt und gesagt, dass ich die fürs Essen holen bekommen habe.

Ich glaube, es ist nicht rausgekommen, dass ich so gierig war und ausserdem auch noch gelogen hatte.

Aber die Angst dass es rauskommt und das schlechte Gewissen gegenüber meinen Geschwistern hat mich lange nicht losgelassen und mich im späteren Leben vor ähnlichen Schandtaten bewahrt.

Später habe ich mich damit getröstet, dass sie mir sicher auch nicht immer etwas abgegeben haben. Aber das ist eben nur ein schwacher Trost.
:-(

Haus Heck und Frau Wiese

Haus Heck

http://www.zeitspurensuche.de/05/05esswe1.htm

Auf der Suche nach einigen verwendbaren Bildern für diesen Blog, fand ich diese schöne Aufnahme von Haus Heck.

Auch mit diesem Haus verbinde ich Erinnerungen und ich freue mich, dass ich dieses Bild verwenden darf.

Als ich noch ganz klein war, faszinierte mich dieses Gebäude schon. Es hatte etwas geheimnisvolles an sich. Rapunzel, Dornröschen, alle hätten dort leben können.

Als ich in das Alter kam, dass ich mit meinen Geschwistern spazieren gehen durfte, blieben wir sehr oft vor diesem Haus stehen.

Aber nicht, weil wir glaubten, eine verwunschene Prinzessin sähe aus einem der Turmfenster auf uns herab, nein, es gab etwas Anderes, für uns Kinder viel Interessanteres dort.

Hinter den unteren Turmfenstern saßen fast immer einige  Katzen Eine war besonders häufig zu sehen. ein dicker roter Kater. Aber es saßen eben auch andere Katzen dort um nach draußen zu sehen und wir konnten nur erahnen, wie viele es wohl sein mögen.

Nur wenn die alte Frau, die in diesem Turmzimmer lebte,  am Fenster erschien, waren wir nicht ganz sicher, ob es nicht doch ein Märchenturm ist, in dem die Hexe ihr unendliches Leben fristet.

Manchmal sahen wir sie auch wenn sie zum Einkaufen ging. Wir hielten uns immer in respektvoller Entfernung, denn man kann ja nie wissen.

Irgendwann legte sich diese Angst aber. Das lag wohl auch daran, dass sie gelegentlich bei Fräulein Ophoff einkaufen kam. Und irgendwann wurde ich einmal gebeten, ihr doch zu helfen, die Einkäufe nach Hause zu tragen.

Dabei erfuhr ich dann auch ihren Namen. Sie hieß Frau Wiese.

Frau Wiese war, jedenfalls in meinen Augen, eine sehr große Frau. Sie hatte ihr Haar zu einem Nackenknoten gebunden und trug meist einen Umhang, der über  und über voller Katzenhaare war.

Ich weiß nicht, ob sie wirklich arm war, aber ich habe sie immer für eine sehr arme Frau gehalten.

Was sie aber nicht war, sie war gar keine böse Frau, so wie wir anfänglich dachten. Im Gegenteil, sie lebte zwar sehr zurückgezogen aber als wir wieder einmal vor ihrem Turm standen, um die Katzen zu bestaunen, lud sie uns sogar zu sich herein.

Etwas mulmig war mir dabei schon. Zum Einen, weil es ein wenig unheimlich erschien, dort rein zu gehen, zum Anderen  weil ich ja eigentlich nicht zu anderen Leuten in die Wohnung gehen durfte.

Wir kamen in einen dusteren Hausflur und links gingen ein paar Stufen in ihren Turm. Sie bewohnte scheinbar nur dieses eine Zimmer. Gemeinsam mit  fünf oder sechs Katzen, die alle wohlgenährt und faul irgendwo lagen. Auf ihrem Bett, auf dem Stuhl und natürlich auch auf der Fensterbank.

Ach ja, und überall standen Schälchen mit Katzenfutter.

Das Schönste war, dass wir die Katzen auch streicheln durften und die eine oder andere Katze kam gerne und ließ sich bei uns nieder.

Irgendwie übte ihre “Wohnung” eine besondere Faszination auf mich aus. Es roch irgendwie merkwürdig, aber es gab auch Dinge, die darauf schließen ließen, dass sie einmal andere Zeiten erlebt hat. Die wenigen Möbel waren alt, aber irgendwie besonders, es gab schönen Nippes und den Kakao, den sie uns bereitete gab es in sehr schönen Tassen.

Was ich mich frage ist, wo hatte sie nur ihre Toilette? Sicher draußen, im Flur oder im Hof?

Wir sind später häufiger und gerne bei ihr gewesen, aber irgendwann war sie nicht mehr da. Ich kann mich nur leider nicht erinnern, ob wir uns aus den Augen verloren, weil wir von der Heckstraße  zur Ludgerusstraße gezogen sind, oder aus welchem anderen Grund die Erinnerungen abreißen.

Tante Ophoff

Tante Ophoff

Alle Kinder in unserer Nachbarschaft liebten sie.

Sie war einfach eine sehr besondere Persönlichkeit.

Sie war eigentlich Fräulein Ophoff und  lebte mit ihrer Mutter, Frau Ophoff  in der Brehmstrasse, gleich hinter der Heckerschule.

Aber der besondere Kontakt entstand, weil sie im Nachbarhaus einen Süssigkeitenladen hatte. Kein Büdchen oder so, nein ein richtiges Geschäft, mit den herrlichsten Pralinen, Schololaden und natürlich auch Bonbons.

Sie hatte hinter der Verglasung der Theke einige Reihen viereckiger Behälter und in jedem war etwas Anderes. Gummibärchen, kleine Salinos, bunte Lakritzstifte und  weiter ging es mit Prickel Pit, Brockenbrause, Tütchenbrause, Colalutscher, Lakritzschnecken verschiedene Sorten Kaugummi und oben auf der Theke einen Teller mit Negerküssen.

Und immer gab es einige besondere Sachen, die nicht zum Dauersortiment gehörten, köstliche Lutscher, die mit Schokolade bezogen waren und darunter eine weisse leckere Masse mit kleinen Salmiakpastillen. Oder, runde Kugeln, auch mit einem Schokoladenüberzug und einem weissen Kern, der herrlich süss war. Heute finde ich die nirgendwo mehr. Dann gab es gelegentlich Muscheln, die man auslecken musste und Weingummibonbons.

Jede Woche bekamen wir Kinder am Freitag Abend eine “Wochenendtüte” von unserer Mutter. Für jeden von uns das gleiche. Und egal, wie knapp das Geld war, unsere Tüte war immer eine sichere Sache. Wenn einer von uns Geburtstag hatte war es eine besonders Große.

Ich glaube, damit hat meine Mutter damals (vielleicht sogar unbewusst) erreicht, dass wir nie nach was Süßem gebettelt haben, Wir wussten, am Freitag gibts die Tüte und damit war es gut.

Ausserdem steckte Tante Ophoff uns immer etwas zu.Sie hatte meine Geschwister und auch mich (oder besonders mich?)  ins Herz geschlossen.

Mittags ging ich oft zu ihrer Wohnung und holte ihr Mittagessen ab. Dafür gab es sehr häufig etwas Süsses. Und ich bekam es nicht nur für mich, immer auch für meine Geschwister.

Wenn ich aus dem Kindergarten oder später aus der Schule kam und meine Mutter war nicht zu Hause, war Tante Ophoff meine Anlaufstelle. Ich durfte dann in ihrem Hinterzimmer auf dem Sofa sitzen und malen oder in ihren Zeitschriften blättern. Merkwürdigerweise war es nie langweilig bei ihr.

In diesem Laden gab es auch die schönsten Bonbonieren die man sich denken konnte. Die habe ich mir immer besonders sehnsüchtig angeschaut. Wenn  Kinder ihrer Kunden Kommunion oder Konfirmation hatten, bekamen die eine dieser Packungen, je nach dem wie gute Kunden die Eltern im Laufe des Jahres waren.

ich durfte dann an dem betreffenden Tag mit diesen schön verpackten Pralinen von einem Kommunionkind zum Nächsten gehen. Das war eine meiner liebsten Aufgaben, die sie mir anvertraute. Zum Einen konnte ich mir die schön gekleideteten Festagskinder aus der Nähe ansehen, zum Anderen gab es auch immer eine Kleinigkeit für den “Boten”

Zu Tante Ophoff gehörte auch Fräulein Batz, die ihre Freundin war und Frau Bönneken, eine Seele von Mensch, die tagsüber  Frau Ophoff  betreute, den Haushalt erledigte und das Essen kochte.

Soweit erst einmal…Später mehr